Sicherheit Zuhause – mehr als Einbruchschutz und Brandschutz

Trickbetrüger, falsche Polizeibeamte, windige Geschäftsmacher – sie nutzen die Hilfsbereitschaft und Unsicherheit der Hausbewohner, insbesondere von Senioren, aus.

Wehren Sie sich selbstbewusst dagegen. Folgende polizeilichen Empfehlungen können Ihnen dabei helfen.

Falscher Polizeibeamter

Anrufer geben sich als Polizeibeamte aus. Auf dem Telefondisplay des Opfers lassen die Betrüger durch technische Tricks die 110 erscheinen, um einen Anruf der echten Polizei vorzutäuschen. Dabei muss man wissen: Bei einem Anruf der echten Polizei erscheint niemals die 110!

Ein falscher Polizeibeamter erklärt häufig, Ermittlungen hätten ergeben, beim Angerufenen stehe ein Einbruch unmittelbar bevor, die Tätergruppe sei bekannt und höchst gefährlich oder stehe in Kontakt zu Mitarbeitern der Bankfiliale. Dort sei das Geld nun auch nicht mehr sicher und müsse sofort in bar nach Hause geholt werden.

Dem Opfer wird angekündigt, dass die Polizei vorhandene Wertgegenstände in Verwahrung nehme, bis die angebliche Gefahr vorüber sei. Danach könne man alles im Polizeipräsidium wieder abholen.
Sollte das Opfer darauf nicht eingehen, wird es damit unter Druck gesetzt, dass man sich strafbar mache, wenn man die - angeblich geheimen - Maßnahmen der Polizei nicht unterstütze.

Dabei rufen die Täter immer wieder an - um z. B. über den angebliche neuesten Ermittlungsstand zu berichten -, sodass Opfer keinen Freiraum bekommen, um selbst einen klaren Gedanken zu fassen. Teilweise berichten Geschädigte von 70 Anrufen innerhalb von 24 Stunden. In anderen Fällen gehen zahlreiche Anrufe über mehrere Tage ein oder einzelne Telefonate dauern über Stunden. Dieses Vorgehen zermürbt.

Wenn Sie Opfer einer solche Straftat geworden sind, schämen Sie sich nicht - gehen Sie zur Polizei und zeigen Sie die Straftat an!

Folgende polizeiliche Hinweise unterstützen Sie dabei, nicht auf falsche Polizeibeamte hereinzufallen:

  • Die Polizei ruft Sie nie mit der 110 an.
  • Erraten Sie nicht den Namen des Anrufers, wenn der sich nicht vorstellt.
  • Geben Sie Unbekannten keine Auskünfte über Ihre Lebens- oder Vermögensverhältnisse oder über andere persönliche Daten.
  • Öffnen Sie Unbekannten niemals die Tür.
  • Übergeben Sie Unbekannten niemals Geld oder Wertsachen.
  • Sprechen Sie mit einer Vertrauensperson – vor allem dann, wenn man Sie zur Verschwiegenheit anhalten will.
  • Beenden Sie merkwürdige Telefonate selbst frühzeitig.
  • Melden Sie Vorfälle der Polizei auch dann, wenn Sie keinen Schaden erlitten haben.

Trickdiebstahl

Es klingelt an der Tür. Ein Fremder – ob Mann oder Frau – bittet um Hilfe, täuscht eine Notlage vor. Oder er gibt vor, eine Amtsperson zu sein. Oder er behauptet, Sie zu kennen.
Das Ziel der Personen ist es, in Ihre Wohnung zu gelangen und mitgehen zu lassen, was ihnen zwischen die Finger kommt – denn Sie können Ihre Augen einfach nicht immer überall haben.

Die Polizei rät:

  • Bevor Sie die Tür öffnen, vergewissern Sie sich, wer zu Ihnen will.
  • Öffnen Sie die Tür immer nur mit vorgelegter Türsperre.
  • Lassen Sie niemals Fremde in Ihre Wohnung.
  • Seien Sie misstrauisch bei Anrufern, deren Stimme Sie nicht kennen.
  • Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht kennen.
  • Lassen Sie sich am Telefon keine Namen oder andere Informationen über Angehörige, Freunde und Bekannte entlocken.
  • Lassen Sie einen unbekannten Besucher nur herein, wenn Sie nicht alleine sind.
  • Nehmen Sie für Ihren Nachbarn nur Lieferungen entgegen, die er Ihnen angekündigt hat.
  • Bieten Sie bei einer angeblichen Notlage an, selbst nach Hilfe zu telefonieren oder das Gewünschte (Wasser, Schreibzeug) hinauszureichen. Lassen Sie Ihre Türe dabei immer durch die Türsperre gesichert.
  • Lassen Sie nur Handwerker herein, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt wurden.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen einen Dienstausweis. Prüfen Sie den Ausweis in Ruhe. 
  • Werden Besucher zudringlich, wehren Sie sich notfalls energisch.

Falscher-Enkel-Trick

Das Telefon klingelt. Der Betrüger gibt sich als Verwandter, Enkel oder guter Bekannter aus und bittet wegen einer dringenden Notlage um Geld. Wenn Sie sich zur Geldübergabe bereit erklären, teilt Ihnen der angebliche Verwandte oder Bekannte mit, dass er nicht selbst kommen kann, sondern einen Ihnen unbekannten Freund schicken wird.

Die Polizei rät:

  • Seien Sie misstrauisch bei Anrufern, deren Stimme Sie nicht kennen.
  • Geben Sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Halten Sie bei einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit Familienmitgliedern Rücksprache.
  • Übergeben Sie niemals Geld an Personen, die Sie nicht kennen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt. Notruf: 110.

Windige Geschäftemacher

Zeitschriftenabos an der Tür verkauft, ein Telefonvertrag per Anruf abgeschlossen oder Gewinnversprechen bei Kaffeefahrten – Geschäftemacherei, die einen oftmals teuer zu stehen kommen.

Die Polizei rät:

  • Lassen Sie sich Zeit – unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck.
  • Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht durchgelesen oder genau verstanden haben.
  • Wenn Sie etwas unterschreiben, bitten Sie einen Bekannten als Zeugen dazu.
  • Achten Sie bei Haustürgeschäften auf das korrekte Datum und die Unterschrift – das Datum ist wichtig für Ihre Widerspruchsfrist.
  • Fordern Sie eine Vertragsdurchschrift, auf der Name und Anschrift des Vertragspartners deutlich lesbar sind.
  • Wenn Sie von einem Geschäft zurücktreten möchten, schicken Sie einen schriftlichen Widerruf per Einschreiben mit Rückschein binnen 14 Tagen ab Vertragsschluss an den Verkäufer.

Quellen:

  • Sicher zu Hause, Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
  • Informationen von Polizei Aachen und Polizei Münster

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